Nächster Evensongs am 22. Juli

Evensong – ein Abendlob nach anglikanischer Tradition mit einem festen Ritus, jahrhundertealt und bis heute lebendig: Auch in der Christuskirche soll in den kommenden Monaten diese attraktive Form zwischen Gottesdienst und Abendmusik einmal monatlich ausprobiert werden.

Der nächste Evensong findet am Sonntag, den 22. Juli um 18 Uhr mit dem Fun-Vocal-Chor statt. Zu hören sein werden Lieder englischer und skandinavischer Herkunft u.a. von John Rutter und als festen Bestandteil ein Magnificat und Nunc dimittis.

Der letzte sommerliche Evensong findet am:Sonntag, den 2. September um 18 Uhr mit der Ev. Singgemeind statt. Da werden Werke von Brahms, Stanford, Pepping, Frank und Copland zu hören sein. Die Reihe soll fortgesetzt werden, weitere Termine sind in Planung.

Der Eintritt ist frei, Spenden für die Kirchenmusik werden erbeten.

Die Turmsanierung der „alten Dame“ – eine Fotostrecke

Herr Rolf Krämer, Fotograf aus Oberhausen begleitet und dokumentiert fotografisch die Turmsanierung unserer Christuskirche, der „alten Dame“ und mit über 150 Jahren ältesten Kirche in Oberhausen. An dieser Stelle werden wir so alle Oberhausenerinnen und Oberhausener auf dem Laufenden halten und über die Fortschritte informieren.

2018-07-04 Auf einigen Bildern sind sogenannte Zuganker zu sehen, die den Turm stabilisieren sollen. Um diese einzusetzen wurden erst Probebohrungen gemacht, um zu prüfen, ob sich hinter dem Mauerwerk eventuell Hohlräume befinden. Wurden Hohlräume gefunden, so wurden diese unter Druck mit Spezialmasse gefüllt. Dazu dienten die schwarzen Kunststoffventile.

 

Unsere alte Dame plaudert zum drittenmal

Christuskirche

Bohrung durch das gesamte Mauerwerk für die Ankerschrauben

Also, was man in meinem Alter noch alles mit mir anstellt! Erst zieht man mir einen Arbeitskittel an und dann schnallt man mir auch noch einen Gürtel um.
Der Arbeitskittel hängt so an mir runter. Ich finde, Grün steht mir nicht. Etwas Längsgestreiftes, vielleicht in Kirchentagslila und einem pfingstlichen Weiß wäre mir lieber gewesen. So etwas macht ja auch schlank.

Naja, es ist ja nur ein Arbeitskittel.

Mein Gürtel ist, nebenbei bemerkt, aus Stahl. Den können Sie nicht sehen, der ist unter dem Kittel. Das ist mir auch lieber so. Das ist mir schon etwas peinlich, dass ich einen Stahlgürtel brauche, damit ich nicht aus den Fugen gerate, wenn die Fugen gesäubert werden.

Ich habe Glück, dass ich nicht kitzelig bin. So wie die Arbeiter an mit herumwerkeln.

Zeiger einer der Uhren vor dem Abtransport

Sie schaben und klopfen und bohren und kratzen… Keine Angst, das tut mir nicht weh, ich kichere nur manchmal leise in mich hinein.
Zur Zeit bin ich übrigens zeitlos ( hihi, haben Sie das Wortspiel bemerkt?).

Meine Zifferblätter sind entfernt worden. Die sind vielleicht sogar noch aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts! Dass die so alt sind, hatte ich ganz vergessen. In meinem Alter ist aber Vergesslichkeit gestattet.

Natürlich werden die Zifferblätter, wenn sie restauriert sind, erneut bei mir angebracht.

Ich werde also wieder „up to date“sein.

Und noch etwas: Haben Sie schon gehört, dass Sie meine Glocken nicht hören?
Tja, das „Nicht Glocken Hören“ wird auch noch eine Weile anhalten.
Turmarbeit und Glockenanschläge vertragen sich leider nicht.
Ich find´s auch schade. Aber: man kann eben nicht immer alles haben.
Das hat mich mein langes Leben gelehrt.
Hach, wie weise ich geworden bin!

So grüßt Sie weise und lebensklug

Ihre alte Dame

Egal, was kommt …

Michaela Breihan

 

Adieu!

Egal was kommt, es wird gut, sowieso
Immer geht ne neue Tür auf, irgendwo
Auch wenn´s grad nicht so läuft, wie gewohnt
Egal, es wird gut, sowieso.

(Song „Sowieso“ Mark Foster)

 

 

 

Liebe Gemeinde!

Der Songtext beschreibt meine jetzige Lebenssituation. Die letzten Jahre sind nicht so gut gelaufen, waren insgesamt geprägt von vielen Abschieden.

Wie Sie wissen, ist mein Mann Pfarrer Harald Wilhelm nach längerer schwerer Krankheit am 19. März verstorben. Dies ist für unsere Familie ein tiefer Einschnitt.

In den letzten Jahren habe ich dabei unsere Gemeinde so erlebt, wie man sie sich im Bilderbuch vorstellt. Menschen aus der Gemeinde und dem Presbyterium haben mir den Rücken freigehalten, damit ich meinen Mann über lange Wochen täglich in der Uniklinik besuchen konnte. Sie haben meine Kinder zur Mal- oder Musikschule gefahren, sie am Abend begleitet und vieles mehr gemacht. Dafür bin ich unendlich dankbar. Was ich aber auch gemerkt habe: diese schönen und guten Erinnerungen lähmen mich in meinem Dienst und das ist nicht gut für die Gemeindearbeit. Deshalb habe ich mich auf eine Funktionspfarrstelle beworben und werde ab 1. August 2018 an einem Berufskolleg in Krefeld Evangelische Religionslehre unterrichten. Für mich und meine Kinder „geht ne neue Tür auf“ – damit auch für Sie als Gemeinde, „egal, es wird gut, sowieso“. Auf meine Kollegin Pfarrerin Ilona Schmitz-Jeromin und dem Presbyterium wird in der Übergangszeit viel Arbeit zukommen. Vieles in der Gemeinde ist im Um- und Aufbruch. Ich hoffe, dass Sie sie nach ihren Kräften unterstützen werden mit einem Gebet, Spenden, guten Gedanken und ehrenamtlichen Engagement. Auf Sie alle kommt es an. Sie sind die Gemeinde.

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 2. Tim 1,16.

Für Ihre/Eure Zukunft wünsche ich allen Gottes Segen!

Die Christuskirche – Unsere alte Dame plaudert weiter

„Ich bin ja immer noch aufgeregt! Haben Sie es auch mitgekriegt: Letzte Woche war ich in der Zeitung! Sogar mit Bild!
Hoffentlich hat keiner bemerkt, dass ich vor Verlegenheit ein bisschen rot geworden bin. So viel Aufmerksamkeit für eine alte Dame. Da fühle ich mich sehr geehrt.
Wobei: ein wenig peinlich ist es mir schon, wenn ich höre, wie viel Geld für mich ausgegeben wird.
Und neulich-stellen Sie sich das mal vor- hörte ich sogar, wie einer im Vorübergehen sagte:
„So viel Schotter für ein Lifting! Die muss ja wirklich eitel sein! Andere Kirchen sehen schließlich auch alt aus!“
Da wäre ich beinahe aus meinem Korsett rausgesprungen und hätte ihm ein paar Takte gesagt:
Lifting! So ein Blödsinn! Ich mag meine Falten und Runzeln, die gehören zum Älterwerden.
Es geht bei mir doch nicht ums Schön Aussehen, es geht um meine Standhaftigkeit.
Und die will ich mir noch erhalten. Gerade im Alter habe ich ein Recht darauf!“
Gott sei Dank kam da gerade der Architekt zu mir. „Gnädige Frau“ sprach er mich an (so nennt er mich immer, hach, das höre ich so gerne), beruhigen Sie sich. Die allermeisten Menschen wissen doch, dass es Ihnen nicht um das Äußerliche geht.
Ihr Inneres ist den Menschen wertvoll. Deshalb ist es ihnen wichtig, dass sie der Stadt erhalten bleiben. Und machen Sie sich persönlich mal keine Sorgen um viele Geld, das für Sie ausgegeben wird. Dieses Geld, das von der Gemeinde kommt, das darf nur für Baumaßnahmen eingesetzt werden. Ihre Sanierung, gnädge Frau, geht nicht zu Lasten der Menschen in der Gemeinde.“
Mein Architekt spricht so manierlich. Dann erinnere ich mich an meine eigenen guten Sitten und werde immer respektabel und bewahre Haltung. Wobei: mit diesen Hunderten von Gerüststangen um mich herum kann ich gar nichts anders als Haltung bewahren!
Deshalb mit respektvollem Gruß
Ihre, Eure alte Dame