Eine Erklärung der Chorfenster

5 Fenster- 5 Bildergeschichten, die erzählen von Verzweiflung und Trauer, vom Versagen und Schuldigwerden der Mensehen,

5 Erzählungen, die den Blick öffnen wollen auf das Hineintauchen Gottes in die Menschengeschichte, auf sein Begleiten und Durchdringen,

5 Fenster- 5 Symbolgeschichten von Gott und Mensch, lebendig und immer wieder neu zu entdecken; einladend, sich selbst mit seiner eigenen Geschichte wiederzufinden.

Rot die Farbe der Erdverbundenheit, der menschlichen Existenz, Blau als Gottes Gegenwart und Gelb der göttliche Geist, verweben sich, fließen auseinander und finden sich, Gott und Mensch sind in aller Schuld untrenn­bar miteinander verbunden. Der Bogen ist gespannt von Anfang zum Ende zum Anfang, von der Vertreibung aus dem Paradies (1. Fenster) zum offenbarten Gottesreich (5. Fenster). Die Schönheit des ursprünglichen Miteinander von Gott und Mensch wird neu in Aussicht gestellt (Paradiesblumen 1. und 5. Fenster). Das Leben umschließt Vergangenheit und Zukunft (Lebensstrom 1. und 5. Fenster).

Leben und Zukunft ist möglich durch die Überwindung des Bösen, der Tod und die Vernichtung (Schlangensymbol 1. und 3. und 5. Fenster) ist entmachtet durch die Schuldübernahme Gottes (Lamm Gottes, 3. Fenster), Jesus Christus, der Gekreuzigte, Mensch und Gott, löst Vergangenes, befreit zu Zukunft.

Noahs, Taube, die das Leben verkündigt (2. Fenster) fliegt wieder frei [Anm.: bringt Leben als Gottes Heiliger Geist] (4. Fenster), der Regenbogen (2. Fenster) fasst wieder Fuß (4. Fenster). Die Anbetung der Materie (goldenes Kalb, 2. Fenster) und die Hinnähme von Vernichtungen und Zerstörungen (Endzeitkatastrophen 4. Fenster) wird als ungöttlich und unmenschlich in Schranken verwiesen. Gottes Geist der Versöhnung nimmt Heimat auf Erden, lädt ein zum Miteinander auf göttlicher Erde und menschlichem Himmel.

(aus: Festschrift zu 125 Jahre Ev. Christus-Kirchengemeinde Oberhausen, von 1989)