Die Evangelische Christuskirche wurde 1864 eingeweiht. Sie ist also gerade einmal 140 Jahre alt, für eine Kirche eigentlich kein Alter. Und doch gehört die Ev. Christuskirche zu den ältesten Gebäude Alt-Oberhausens und dokumentiert so die rasante Entwicklung einer ganzen Region. Ein Vierteljahrhundert vor ihrem Bau wuchsen Heidekraut und Ginsterbüsche aufweiten sandigen Flächen, und auch die sumpfige Flächen der "Lipperheide" machten diesen Ort für Menschen nicht attraktiver. Doch 1845 wurden Steinkohlevorkommen nachgewiesen. 1846 wurde zudem noch die Köln-Mindener-Eisenbahn fertiggestellt und noch ein Jahr später der Bahnhof "Oberhausen" eröffnet, benannt nach dem gleichnamigen Schloss an der Emscher. Die Bergwerksgesellschaft Concordia teufelte bald darauf ihren ersten Schacht, Industrie siedelte sich an und 1861 wurde aufgrund einer Kabinettsorder der preußischen Regierung die Bürgermeisterei Oberhausen gegründet (mit etwa 6.000 Menschen). 1853 fanden erste Bibelstunden statt und erste evangelische Gottesdienste wurde gefeiert. Seit 1854 unterrichtete Joh. Gustav Adolf Feld die Kinder evang. Familien: Das alles geschah im Wohnhaus Rubbert an der Mülheimer Chaussee. 1857 wurde die ev. Schule eingeweiht, ein Jahr später kam der erste Pfarrverweser nach Oberhausen (der erste Schritt zur Selbstständigkeit). Der Bau eines ersten Gemeindehauses wird für das Jahr 1860 überliefert. Und am 3. März 1864 wurde schließlich die "Evangelische Gemeinde in Oberhausen" errichtet. |
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Zeitgleich mit der Eigenständigkeit der Gemeinde wurde eine Kirche geplant und gebaut. Betraut wurde mit dieser Aufgabe der Königl. Baumeister Maximilian Nohl (1830-1863). Die Grundsteinlegung der ersten evangelischen Kirche Oberhausens fand am 28. Mai 1863 statt. (Die heutigen Stadtteile Sterkrade und Osterfeld waren bis 1929 selbstständig). Nur wenige Tage später, am 9. Juni 1863 verstarb Max Nohl und der Baumeister Kind übernahm die Bauleitung und vollendete nach Nohls Plänen den Kirchbau. Feierlich eingeweiht wurde die Christuskirche am 4. August 1864. |
Zahlen und Zahlenspiele Höhe des Turmes: ca. 36, 5 m Höhe des Turmkreuzes: ca. 2, 5 m Breite der Kirche: ca. 18 m Länge der Kirche: ca. 43 m Einweihungsjahr der Kirche: 1864 Anzahl der Orgelpfeifen: 1864 Die Breite (18) vor der Länge (43) ist 1843 und die Quersumme der Höhen (3+6+5+2+5=21) addiert (1843+21): 1864 |
Die Ev. Christuskirche erlebte im Laufe der Jahre und Jahrzehnte eine Vielzahl von Umbauten. Es begann bereits 11 Jahre nach der Einweihung, 1875, mit dem Einbau von Emporen um dem Raumbedarf der rasch wachsenden Gemeinde gerecht zu werden. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Apsis neugestaltet und die Sakristei neugebaut. Während des II. Weltkrieges trafen Bomben mehrmals die Christuskirche und 1943 brannte sie vollkommen aus. Der Wiederaufbau der Christuskirche erfolgte 1950/1951. Unter anderem nahmen die sechsseitigen Stahlbetonsäulen die Stellung der alten Steinpfeiler auf; auf den Wiedereinbau der Seitenemporen wurde verzichtet; und der Turmhelm wurde um etwa die Hälfte der ursprünglichen Höhe verkürzt! 1959 entstanden die fünf Chorfenster, dabei wurden die äußersten Apsisseiten für das linke und das rechte Fensterbild nach 55 Jahren wieder geöffnet. Die letzte große "Bautätigkeit" war in den 90er Jahren die Renovierung der Ev. Christuskirche. Abschließend sei noch die neue Hey-Orgel aus dem Jahre 2001 erwähnt. |
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