Unsere Kirche – die „alte Dame“ plaudert …

„Nun ist es soweit! Mein Turm hat ein Korsett bekommen! Endlich! Naja, so ganz wackelig habe ich mich vorher nicht gefühlt, ich war ja stolz auf meine Standfestigkeit. Aber wenn man wie ich 154 Jahre alt ist, braucht man doch allmählich Unterstützung. Und so bin ich nun erst einmal mit dem Gerüstaufbau gesichert.
Es ist ein gutes Gefühl, wenn sich Menschen um mich kümmern. Immerhin war ich im Laufe der Zeiten für so viele ein Ort der Gottesbegegnungen.

Verzeihen Sie bitte, ich werde immer ein bisschen rührselig, wenn ich in die Vergangenheit schaue.

Dabei ist die Gegenwart auch interessant für mich. Ich bin ja immer noch mit der Stadt sehr verbunden. Dass sich sogar Jugendliche für meine Zukunft einsetzen, macht mich richtig munter. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben sich zum Beispiel die Gottesdienstkollekte für meine Sanierung gewünscht. Wenn ich daran denke, könnte ich vor Freude hüpfen, aber: da ist ja das Gerüstkorsett. Man hat mir auch dringend von spontanen Bewegungen abgeraten.
Und übrigens, keine Sorge! Ich habe dreimal nachgefragt, man hat es mir fest versprochen:

Wenn ich wieder stabiler geworden bin, kommen diese Stahlstangen weg!

Ihr könnt mich dann in neuer alter Pracht bewundern, ich hoffe jedenfalls, dass ich in einigen Monaten frischer aussehe.

Bis dahin! Vielleicht mal im Gottesdienst?

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