Der Radiogottesdienst am Ostermontag war ein besonderes Erlebnis

100_5662Viele positive Rückmeldungen kamen aus dem Sendegebiet von WDR 5, NDR und aus der Gemeinde. Alle Beteiligten-der Projektchor, das Blasorchester, das Instrumentalensemble, die Sprecherinnen und Sprecher- haben sich im gemeinsamen Gestalten des Gottesdienstes wohl gefühlt. Weil es immer noch Nachfragen gibt zu Texten, Gebeten und zu der Predigt, kann der Gottesdienst im folgendem nachgelesen werden:

 

Gottesdienst Ostern 2017  Christuskirche Oberhausen

Blasorchester :   „Alnuge“

Ilona  : Begrüßung

 

Frohe Ostern, liebe Gemeinde,

frohe Ostern, liebe Hörerin, lieber Hörer!

 

„Dies ist der Tag, den Gott gemacht hat“, so heißt es im Psalm 118,

dies ist der Tag, an dem wir das Leben feiern.

 

Leben, das wiederkehrt, wenn Gott zu uns spricht.

Leben, das aufersteht, wenn Gott sich uns zuwendet.

 

Hören wir heute die Geschichte von der Auferstehung Jesu Christi,

entdecken wir, wie fröhlich diese Erzählung eigentlich ist.

Frauen gehen zum Grab und ein Engel begegnet ihnen.

 

Menschen, die voll Trauer sind, hören:

dem Tod ist die Macht genommen.

 

Das Lachen Gottes klingt leise mit in dieser Ostergeschichte.

Stimmen wir mit ein in das Lachen, das den Tod überwindet:

„Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit“!

Wir singen aus dem evangelischen Gesangbuch die Nummer 100.

Lied: „Wir wollen alle fröhlich sein“            100, 1-4 

 

 

 

Eingangsvotum

 

Wir feiern Ostergottesdienst im Namen Gottes,

der gegen den Tod vom Leben singt,

im Namen Jesu, der mit den Menschen lebte,

 der starb und auferstand und unter uns lebendig bleibt

im Namen des Heiligen Geistes,

der unsere Hoffnung behütet und unsere Zuversicht erweckt.  

Wir vertrauen auf Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, damit eins nicht ohne das andere sei.

 

 

 

Nele Krajnc:

Wir hören Worte aus dem Psalm 118

 

Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten:

Die Rechte des Höchsten behält den Sieg.

Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Werke unseres Gottes zu verkündigen.

 

„Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich“ EG 640

 

Hans Erlinger: Öffnet mir die Tore der Gerechtigkeit, damit ich durch sie einziehe und Gott danke.

Gott, du hast mich erhört, du hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

Das hat der Ewige vollbracht.

 

„Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich“ EG 640

 

Nele Krajnc:  Vor unseren Augen geschah dieses Wunder.

Dies ist der Tag, den Gott gemacht hat.

Wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.

 

 

 

Chor: Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) aus Psalm 117 für vierstimmigen Chor, zwei Violinen und Basso continuo: Halleluja                                
 

Kyriegebet

 

Torsten Bauer :Wenn am Ostermorgen uns das helle Licht begrüßt, Gott, dann 

unterbrechen wir unseren Alltag,

nehmen wir den Moment wahr,

hören wir auf das, was von dir erzählt wird.

 

Ilona: Wenn wir auf dein Wort hören,  Gott, dann

benennen wir dir unsere Ängste.

Wir vertrauen dir an,

was uns unruhig macht

und unser Herz beschwert.

 

 

Torsten Bauer: Wenn wir deiner Botschaft vertrauen,  Gott, stimmen wir ein in das Lied des Lebens,

singen von deinen Möglichkeiten,

sind wir nicht mehr gebannt von den Mächten des Todes.

 

 

Ilona:  So rufen wir zu dir, im Licht des Ostermorgens: Erbarme dich über uns.

 

Kyrielied  178.7  Chor und Gemeinde

 

 

 

Ilona: Zuspruch

Ich werde nicht sterben,

sondern leben, um die Werke unseres Gottes zu verkündigen.

Das hat der Ewige vollbracht.

Wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.

 

 

Glorialied   580 (Kanon)  1x gemeinsam, dann 1x als Kanon

 

Kollektengebet

 

Nele Krajnc:        

Vor dir, Gott,

hören, singen und beten wir.

Vor dir, Gott, darf offen liegen, was in uns ist.

Du fängst uns auf in der Traurigkeit,

du begegnest uns im Licht des Morgens,

du sprichst uns an mit deinem Wort,

das Leben schafft.

So sei du da,

in uns und um uns.

Heute und in aller Zeit. Amen.

 

 

Ilona:  Wir singen das Lied: „Gelobt sei Gott“  aus dem evangelischen Gesangbuch, die Nummer 103, 1-4 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Torsten Bauer : Psalm  Hanns Dieter Hüsch

Hanns Dieter Hüsch, der Poet und Liederdichter, der Kabarettist,  hat viel vom Leben und Sterben, und auch von der Auferstehung verstanden. Er fühlte sich getragen in seinem protestantischen Glauben.

Ich lese den Psalm  „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“ von Hanns Dieter Hüsch.

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin
im meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.
Teil 1: „Das Wunder geschah“ Osterkantate für gemischten Chor und Instrumente

Konrad Paul/ I. Schmitz-Jeromin: „Das Wunder geschah“ – Osterkantate für
Chor, zwei Violinen und Basso continuo                                       

Hans Erlinger: Ich lese die Ostergeschichte nach dem  Matthäusevangelium, Kapitel 28, die Verse 1-10

Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Höchsten kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.

Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz und sein Gewand war weiß wie Schnee.

Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden.

Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten.

Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag.

Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.

Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.

Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Schwestern und Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.

 

Ilona:  Wir bekennen unseren christlichen Glauben mit den Worten des  apostolischen Glaubensbekenntnisses 

 

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

 

Teil 2: Das Wunder geschah“ Osterkantate für gemischten Chor und Instrumente

Konrad Paul/ I. Schmitz-Jeromin: „Das Wunder geschah“ – Osterkantate für  Chor, zwei Violinen und Basso continuo      

                                

 Predigt über Matth.28, 1-10  (Ilona Schmitz-Jeromin, Predigtidee: Randolf Jeromin)

Teil 1: 

Liebe Gemeinde, hier in der Christuskirche in Oberhausen,

und dort, wo Sie gerade Radio hören!

 

Das Wunder geschah – im Licht des Ostermorgens.

Die Frauen erzählen davon.

Sie erzählen von ihrer Trauer nach durchwachter Nacht,

von ihrer Verzweiflung auf dem Weg zum Grab,

von ihrer Angst: Wie wird es ohne ihn weitergehen?

 

Und in ihrer Sorge, in ihrem Schmerz  –  geschieht Begegnung.

Begegnung auf dem Friedhof, angesichts des Todes.

Ein Engel spricht, Jesus kommt ihnen entgegen,

Gott ist nah.

Die Frauen sehen und hören:

Was sie sich ersehnt hatten, erscheint vor ihren Augen,

was sie sich so erhofft hatten, wird ihnen zugesprochen:

der Tod hat nicht das letzte Wort.

Das Elend hat ein Ende,

Zärtlichkeit blüht auf.

Das Leben kann wieder neu entdeckt werden,

leicht und licht und vergnügt.

 

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,

mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,

mein Triumphieren und Verzagen,

das Elend und die Zärtlichkeit,“

so haben wir es von Hanns Dieter Hüsch gehört.

Vielleicht gibt es keine andere Geschichte in den Evangelien,

die so viel von Erlösung und Befreiung weiß wie diese Geschichte von den Frauen an jenem Ostermorgen.

In mir ist eine Heiterkeit, wenn ich diese Geschichte höre oder lese.

Sie kommt nicht aus mir selbst, sie wird mir berichtet, spricht mich an, lacht mir zu…

„Und siehe, der Engel des Höchsten kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.“

Was für ein schönes Bild! So ein wunderbares Erzählen.

Die Erde bebte, als der Engel kam, so wird berichtet.

Und: hier in dieser Geschichte: – Ich kann es mir nicht anders vorstellen – die Erde bebte vor Freude.

Denn ein Engel Gottes kam.

Ein vergnügter Engel in meinem Bild.

Voller Vorfreude auf die Erfüllung seines Auftrags.

Heiter in seinem Schaffen.

Sein Anblick genügte, um die Wächter zittern zu lassen.  Die Handlanger der Mächtigen sinken ohnmächtig, wie tot, zu Boden.

Wie gut ist es, das auch über die Mächtigen selbst erzählen zu können.

Dass sie eigentlich ohnmächtig sind.

Dass sie machtlos liegen oder stehen, wenn Gott mit einem Lachen die Welt verändert.

Sie begreifen es nicht sofort. Starr werden sie.

Aber später, später wird ihnen klarwerden, was geschehen ist.

Und ihnen werden die Augen aufgehen im Licht des Ostermorgens:

Die Macht hat verloren. Die Macht des Herrschens. Die Macht der Waffengewalt. Die Macht des Geldes.

Besiegte sind sie. Ohne Einfluss, ohne Macht …wie tot.

 

Ob er klein war oder groß – der Engel?

Jede, jeder mag das eigene Bild zeichnen.

Bei mir ist er eher klein mit seinem Leuchten und mit seinem weißen Gewand.

Klein und leuchtend wie die Hoffnung, die wir in uns tragen,

wenn wir vom Leben singen,

wenn wir wieder offen werden in dem, was dumpf und starr in uns war,

wenn sich Trauer langsam wandelt.

Sie wird nie ganz verschwinden, aber sie kann leichter werden,

Es kann die Zeit kommen, in der wir einverstandener damit sind, dass wir alle unseren Weg gehen,

auch den des Sterbens, doch behütet, erlöst, nicht ohne Hoffnung…

Leuchtend wie die Hoffnung, so wälzt der Engel den Stein weg vom Grab,

bei all der damit verbundenen Mühe dennoch ein kleines Lied auf den Lippen,

so stelle ich mir vor, ein kleines Hüpfen im Herzen,

im Ohr das Lachen des lebendigen Gottes.

Und nachdem er beweglich gemacht hat,

was so massiv und unüberwindbar schien,

 setzt er sich vergnügt auf den großen weggeräumten Stein.

Und spricht die Frauen an, um ihnen zu sagen,

was an Wunder geschehen war: Jesus ist nicht mehr in der Grabeshöhle. Er ist auferstanden.

Die Frauen erfahren es zuerst und die ganze Welt soll es verstehen:

Er ist auferstanden.

Orgelimprovisation

 

 

Teil 2:

Jesus ist auferstanden.

Die Ostergeschichte ist für mich eine Geschichte, in der das Lachen versteckt ist.

Das befreiende Lachen Gottes mit dieser Welt.

Das befreiende Lachen Gottes mit Jesus.

Das befreiende Lachen Gottes mit den Menschen, die er liebt – also auch mit uns.

Jesus ist auferstanden.

Mit dieser Botschaft der Befreiung verändert sich der Blick auf das Gefüge der Welt,

verändern sich eingeschliffene Denkweisen,

verändern sich auch meine eigenen festgefahrenen Versuche zu verstehen.

Die Mächtigen haben Jesus getötet, aber Gott hat ihn auferweckt, so wird erzählt.

„Kommt und seht, wo er gelegen hat“ sagt der Engel den Frauen.

Während die Wächter der Gewalt wie tot daniederliegen, unfähig, irgendetwas wahrzunehmen, werden die Frauen eingeladen, zu sehen und zu erkennen.

Denn: Auferstehung ist Erfahrung.

Ist langsames Erkennen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Ist Spüren, wie auch in der Trauer wieder das Lächeln beginnt.

Die Botschaft von Ostern: „Jesus ist auferstanden“ füllt sich mit Farben und Licht,

sie öffnet unsere Herzen für die Schönheiten dieser Welt, für die Schönheiten Gottes,

sie erzählt von seinem Willen zum Leben,

sie wirkt mit eigener Macht „Jesus ist auferstanden“:

das Leben hat gesiegt, Gott in dieser Welt meint es gut mit uns.

„Seht, wo er gelegen hat“, sagt der Engel.

Nein, wendet den Blick nicht ab vom Sterben, stellt euch den Todesstrukturen dieser Welt.

Wir können den Blick ja nicht abwenden.

Wir werden, ob wir wollen oder nicht, darauf hingewiesen.

Die meisten erfahren es schmerzhaft im eigenen Leben, im Älterwerden, in den so harten Abschieden von geliebten Menschen, in Krankheiten, dann kommt ihnen nahe, was sie längst wissen:

unsere Zeit ist begrenzt.

Viele hören auf Erfahrungen von anderen, die geflohen sind vor Kriegen in ihrer Heimat,

 Kriege, die auch durch deutsche Waffenexporte angefacht werden.

Wir können von den Erfahrungen derer lesen,

die nicht mehr wissen, wie sie ihre Familien ernähren können, weil ihr Land gnadenlos ausgebeutet wird von den reichen Industrienationen oder korrupten Herrschern vor Ort.

Wir leben in der einen Welt und wissen von den Machtgelüsten so vieler Nationen,

von dem bedrohlichen Imponiergehabe herrschender Männer und Frauen, von den ungerechten und liebelosen Wirtschaftsstrukturen auf Kosten der Armen,

Wir können all das  sehen, hören und lesen – und das Lachen mag uns vergehen.

Aber, bevor wir stumm werden, bevor es uns den Atem verschlägt, können wir leise manchmal den zärtlichen und beharrlichen Gesang vernehmen:

Gottes Lied vom Leben.

Die Botschaft von Ostern.

 

„Seht, wo er gelegen hat“, sagt der Engel.

Tauchen wir ein in die Passion Jesu,

 die so viel weiß vom Leiden aller Menschen,

die so viel weiß von ihrem Versagen, ihrer Angst, ihrer Gottesferne,

erleben wir sie nach, verbinden wir unsere Erfahrungen damit –

aber dann, -dann stimmen wir mit ein in den Gesang von Ostern her,

in das Lachen Gottes über den Tod, der in der Welt ist, aber letztendlich so wenig vermag.

Auferstehung ist Erfahrung.

Erfahrung des dennoch.

Erfahrung des weit darüber hinaus.

Erfahrung des: es kann ganz anders sein. 

 

Erfahrung, die sich nicht in Begriffe einfangen lässt.

Höchstens in Geschichten, menschlichen Geschichten, die Gott miterzählt,

in denen seine Kraft spürbar wird.

In denen seine Liebe sich dem Tod entgegensetzt.

 

Es gibt die Geschichten, die uns tief beeindrucken.

Wie die des Radiojournalisten Antoine Leiris, der einen offenen Brief schrieb mit der Überschrift: „Meinen Hass bekommt ihr nicht“.

Am 13. November 2015 wurde seine Frau Helene bei den Terroranschlägen in Paris getötet. Ihr Sohn Melvil war damals 17 Monate alt.

Danach schrieb der Vater an die Täter:

„Ich weiß nicht, wer ihr seid und ich will es nicht wissen, ihr seid tote Seelen.

Selbstverständlich frisst mich der Kummer auf, diesen kleinen Sieg gestehe ich euch zu,

 aber er wird von kurzer Dauer sein.

 Ich weiß, dass sie uns jeden Tag begleiten wird …

Ich werde mit unserem Sohn weiter  gemeinsam spielen wie jeden Tag und sein ganzes Leben wird dieser kleine Junge euch beleidigen, indem er glücklich und frei ist. Denn nein, auch seinen Hass werdet ihr nicht bekommen.“

Worte gegen den Tod verbunden mit dem  Kinderlachen.

 

Es gibt die großen Geschichten,

aber schätzen  wir auch unsere eigenen kleinen Erfahrungen nicht zu gering.

Denken wir an die Kinder in unseren Schulen, die sich als Streitschlichtende ausbilden lassen, um dem Mobbing entgegenzutreten.

Hören wir auf die Erfahrungen der Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit, die Sterbensangst mit aushalten und ihr zärtlich begegnen.

Achten wir auf uns selbst.

Wie oft gelingt es uns doch, liebzuhaben,

versöhnlich zu sein, mit gemeinsamen Lachen Schweres zu überwinden.

Das sind freudige Erfahrungen,

die sich mitteilen wollen,

Erfahrungen, die sich mitteilen sollen

„Geht zu den Jüngern und sagt: Er ist auferstanden“, so spricht der Engel.

Und die Frauen gingen ihren neuen Weg und erzählten

 

Orgelimprovisation

 

Teil 3:

„Geht und erzählt: Jesus  ist auferstanden“, so spricht der Engel.

Und die Frauen gehen. Im Licht des Ostermorgens.

Und das Wunder geschieht.

Jesus kommt ihnen entgegen.

Begrüßt sie.

Heißt sie willkommen.

 

Sie erkennen den Auferstanden in beidem:

In ihrer Furcht und ihrer Freude.

Furcht und Freude:

Die Erfahrung der Auferstehung ist immer auch ein Wagnis.

Ein Hinhören auf die Stimme Gottes, die  oft übertönt wird, zugedeckt  durch unsere Erklärungsnöte,

unser verzagtes Verstehenwollen.

Furcht und große Freude: beides ist oft in uns.

Zu gegenwärtig ist das Erleben von Leid und Ungerechtigkeit, von Trauer und Verlust, als dass wir immer und überall Osterlieder singen könnten.

Manchmal versagt uns die Stimme.

Aber in uns ist trotz allem:

Die Botschaft des Engels,

vergnügt und strahlend gerade heute an Ostern,

und von daher ruft sie in unsere Alltäglichkeit hinein.

Die Botschaft des Engels,

der das  Lachen Gottes in die Welt brachte und mit diesem Lachen die Welt veränderte.

Wir brauchen nicht starr bleiben  wie die Wächter der Macht,

wir brauchen nicht ohnmächtig bleiben in unserem Erschrecken,

sondern wir  können uns befreit und erlöst auf den Weg machen:

Wir können von der Hoffnung erzählen.

Wir dürfen das Leben feiern, um dem zu begegnen, der uns entgegenkommt: „Seid gegrüßt!

Geht und sagt meinen Geschwistern, sie sollen sich aufmachen zu neuen Begegnungen. Dann werden sie mich sehen. Sie werden spüren, wie lebendig ich bin“.

Manchmal ist es so, liebe Gemeinde.

 Manchmal ist die Hoffnung ansteckend.

 Manchmal ist das Lachen ansteckend.

 Manchmal bindet uns Gott in seine Freude über die Welt ein.

 Dann ist Ostern. Heute und manchmal auch mitten im Jahr.

Was wohl aus dem Engel geworden ist?

Ich  stelle mir vor, er beobachtet ein wenig spöttisch all die großen und kleinen Steine,

mit denen wir Menschen unsere Macht sichern wollen,

auch all die, die ich mir selbst in den Weg lege,

Er setzt sich auf so manchen Stein, der mir unüberwindbar erscheint,

baumelt mit den Beinen und summt vergnügt vor sich hin –

ein kleines großes Lied vom Leben in diesem Leben.

Dann hat ausgedient, was sich für mächtig hielt und der Tod stiehlt sich von dannen.

So singt der Engel seine Melodie –im Licht des Ostermorgens, das Lachen Gottes im Ohr und im Herzen. Amen.

Und wir? Singen auch wir: „O herrlicher Tag, o  fröhliche Zeit“

Aus dem Evangelischen Gesangbuch Nummer 560

 

Lied: „ O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit“     560, 1-4    

 

Fürbitten

Hans Erlinger: Gott, der du eintrittst für das Leben,

Ostern feiern wir, die Entmachtung des Todes:

Jesus Christus mitten unter uns.

 

Nele Krajnc:        

So bitten wir dich um all das, was dem Leben dient:

für die Kinder um Spiel und Fantasie,

dass sie staunen über die Schönheiten dieser Welt,

dass sie mutig ins Leben gehen, fröhlich und mit leichtem Herzen.

 

Torsten Bauer :Wir bitten dich für die Erwachsenen

um Lachen und Liebe und Heiterkeit,

dass sie sich freuen an allem, was wächst und blüht,

dass sie behutsam umgehen mit allem Lebendigen.

 

Hans Erlinger: Wir bitten dich für uns alle 

um Gelassenheit,

dass wir sanft mit uns selbst sind und einverstanden auch mit schweren Erinnerungen,

dass wir vergnügt unsere Lebenszeit gestalten und darin um die Ewigkeit wissen.

 

Nele Krajnc:        

Wir bitten für die Kranken und Leidenden, dass ihnen die Sonne des Ostermorgens Wärme und Geborgenheit spendet,

Schmerzen lindert und  Hoffnung in sich birgt,

für die Trauernden, dass Einsamkeit und Leere zu fruchtbarem Boden werden, aus dem neuer Lebensmut wachsen kann.

 Torsten Bauer Wir bitten dich für die Menschen, die der Gewalt ausgeliefert sind.

Die Angst um ihre Familien  haben, weil sich die Mächtigen an den Kriegen bereichern,

die ums Überleben kämpfen, weil die Klimakatastrophen zunehmen,

und ihr Land verdorrt oder überschwemmt wird ,

die auf der Suche sind nach einem sicheren Zuhause,

weil ihre Heimat keine Perspektive bietet,

die sich verloren haben in einer Ideologie des religiösen Fanatismus.

 

 

 

 

Hans Erlinger: Gott, wir bitten dich: lass uns eine Kirche sein, die sich der Ungerechtigkeit widersetzt,

die der Menschenwürde aller Menschen dient.

Bestärke unsere Hoffnung und begegne uns,  im Licht des Ostermorgens, im Wunder des Lebens.

Gemeinsam rufen wir zu dir:

 

 

 

Vater unser

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen,

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

 

Segen

Gott segne uns und Gott behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns

und gebe uns seinen Frieden.

 

Lied: „Christ ist erstanden“   EG 99

 Blasorchester : St. Florian Choral  (Thomas Doss) 

 

 

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